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Der Haussegen von Karl Merke aus den 50er Jahren. Er befindet sich im Gang des Pfarrhauses.

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Karl Merke, Pfarrer in St. Anton 1944 - 1958


 

 

Haussegen von St. Anton

Es ist dies Haus ein geistlich Haus
Von ihm geht vorschriftsmässig aus
Ein jeder schwarz im Amtsgewande,
Wie's ziemt im klerikalen Stande.
Doch schön ist, daß hier drinn' - beim Eid!
Kein Platz hat klerikaler Neid.

Und kommt herbei ein Gast zu Tisch,
So rühm' er nicht nur Wein und Fisch.
Er zeige, dass er nicht entbehre
Der Weisheit edler Geistersphäre.
Und hat er auch ein Stück Humor,
Gott Lob - sonst bleib'er vor dem Tor! -

Die Welt ist voll Veränderung,
Was alt ist wird nicht wieder jung ...
Doch wenn nach Ablauf rascher Jahre
Zu Pfarrern werden die Vikare
Dann nehme jeder, wenn er reist,
Mit sich ein Schnäufchen Basler Geist.

Und fällt St. Anton einst zu Staub
Und wird dies Haus ein Flammenraub,
Und flieht die RKG nach Cuba
Weil dröhnt die rote Schreckenstuba,
So modre unter'm Leichenstein
Katholisch unser morsch Gebein ...

Dieweil es noch nicht ist soweit,
Laßt nützen uns die Lebenszeit ...
Laßt stets des Teufels uns erwehren
Und alles Gute kräftig mehren.
Und hoffen, dass nicht völlig leer
Verbleib' was Müh' war Gott zu Ehr! —

KARL MERKE

 

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