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Pfarreiheim von vorne gesehen

Vom Bruderklausenhaus zum Pfarreiheim

 

Die Geschichte des Pfarreiheims von St. Anton reicht bis zum Jahre 1910 zurück. Schon damals, als der Wettbewerb für den Bau der St. Antoniuskirche ausgeschrieben wurde, schlug Gustav Doppler, der für sein Projekt „St. Johann I“ den ersten Preis erhielt, auch die Erstellung eines Vereinshauses vor. Nichts stand dem Neubau an der Kannenfeldstrasse nach Dopplers Plänen im Wege. Nach der Weihe der Heiliggeistkirche im Jahre 1912 war der rasche Baubeginn vorgesehen. Auch die Finanzierung war bereits bewilligt. Doch der Ausbruch des Ersten Weltkrieges liess das Bauvorhaben ruhen.

Die neue Baukommission hatte nach dem Kriegsende neue Probleme zu lösen: Wie soll die Kirche an der Kannenfeldstrasse, die zu einer wichtigen Verkehrsachse geworden ist, situiert werden? Wo soll denn der Turm stehen?  Das Projekt von Gustav Doppler verlor plötzlich an Attraktivität; neue Lösungen waren erforderlich. Karl Moser, ETH-Professor, brachte die Antwort in seinem Gutachten vom  September 1924, in dem er vorschlug, die Kirche längs der Kannenfeldstrasse zu bauen. Damit bekam die Kirche einen städtebaulichen Akzent. In den neuen Plänen, die Karl Moser erarbeitete, wurde ausser der Kirche und Taufkapelle nur noch das Sigristen- und Pfarrhaus vorgesehen. Das schon ein gutes Jahrzehnt früher baureife Pfarreiheim wurde nicht erstellt.

Neuer Geist für das Bruderklausenhaus.

 

Erst zehn Jahre nach der Benediktion der Antoniuskirche, im Februar 1937, rief Pfarrer Franz Xaver von Hornstein zum Bau des Pfarreiheims auf, in dem die Pfarrei eine Heimat für die vielfältigen Aktivitäten der Pfarreiorganisationen finden soll. Pfarreiabende zum Beispiel wurden im „Sons Souci“ oder im Saal der Mustermesse veranstaltet. Das Pfarreiheim soll dem Landesvater Bruder Klaus geweiht sein und „Bruder-Klausen-Haus“ heissen. Doch der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges liess auch diese Pfarreiheim-Pläne ruhen.

In den Fünfzigerjahren nahmen Pfarrer Karl Merke und die Baukommission der Pfarrei mit Präsident Dr. Benno Eger zielstrebig die Neubaupläne für das Bruderklausenhaus wieder auf. Im April 1956 übernahm die Römisch Katholische Gemeinde (RKG) als Bauherrschaft die Finanzierung des Neubaus. Der RKG-Präsident Dr. Constantin Gyr nimmt in der Baukommission Einsitz, aus dem pfarreilichen Baufonds wurden 250 000 Franken der RKG überwiesen, das Wettbewerb-Projekt „Anno Domini“ von Architekt Emil Ditzler wurde zur Ausführung empfohlen.

Im Mai 1958 stirbt Pfarrer Karl Merke. Sein Nachfolger, Pfarrer Andreas Cavelti, führte die schon fast bis zur Baureife vorangeschrittenen Vorarbeiten zielstrebig weiter. Im Juli des gleichen Jahres wurde der neue Pfarrer in die Baukommission gewählt, die von Architekt Fritz Tritschler, Bauverwalter der RKG, präsidiert wird und der auch die Vorsteher der Pfarrei St. Anton Jules Ambs, Joseph Fehrenbach, Joseph Gschwind und Dr. Peter Schibler sowie Max Schai und Adrian Huber angehörten.

Bis zum Neubau des Pfarreiheims diente ein Wohnhaus an der Burgfelderstrasse und der rückwärtige „Stall“ den Vereinen als Pfarreiheim, die Pfadfinder bauten sich in der Unterkirche ihre Gruppenräume aus, für verschiedene Veranstaltungen diente das Sigristenhaus.

Im Herbst 1959 wurden von den Vorstehern der Pfarrei die letzten Vorbereitungen für den Beginn des Neubaus getroffen. Am 22. November 1959 wurde mit dem feierlichen Spatenstich der Bau des Bruderklausenhauses begonnen.

Der Traum wird zur Wirklichkeit

 

Am Laetare-Sonntag, dem 27. März 1960, wurde der Grundstein auf die bodeneben betonierten und gemauerten Fundamente gesetzt und die Fundamente durch Pfarrer Andreas Cavelti, assistiert von Vikar Isidor Hofmann, gesegnet. In den Grundstein aus Beton wurde die vom RKG-Präsidenten Constantin Gyr und Anreas Cavelti, Pfarrer von St. Anton, unterzeichnete Urkunde eingemauert. Diese Urkunde im Grundstein soll die Pfarreiangehörigen immer an den Zweck und Sinn des Pfarreiheims erinnern: „das Zusammengehörigkeitsgefühl und das Pfarreibewusstsein der Gläubigen von St. Anton soll gestärkt werden“, die Gläubigen, „gefestigt in der Treue zu Gott und zur Kirche, sollen ein frohes Christenleben führen können“.

Ein gutes Jahr nach der Grundsteinlegung, sechszehn Monate nach dem ersten Spatenstich, durfte die Pfarrei von St. Anton die Einweihung des neuen Bruderklausenhauses feiern. Die Clairon-Bläser eröffneten den feierlichen Moment und der Architekt Emil Ditzler übergab Pfarrer Cavelti den Schlüssel vom so lange erwarteten Heim der Gläubigen von St. Anton.

Im September 1961 wurde auf dem Bruderholz die Bruderklausen-Kirche eingeweiht. Darum trat der Name Bruderklausen-Haus für das neue Pfarreiheim von St. Anton in den Hintergrund, um Verwechslungen zu vermeiden. Doch das Bruderklausen-Symbol auf dem Grundstein am Eingang zum Pfarreiheim soll alle, die hier ein- und aus gehen, an den Schutz des Landespatrons, des hl. Nikolaus von Flüe, erinnern.