Oh, wie schön war Panama ...

Um halb vier in der Früh trafen wir uns im Pfarrhof und eine verdienstvolle Seele fuhr uns an den Zürcher Flughafen. Ein Verbindungsflug über Amsterdam führte uns nach Panama. Weltjugendtags (WJT)-Feeling kam auf, als Pilger beim Boarding in Schipol beteten, die Flaggen ihrer Länder präsentierten, ins Gespräch kamen und gemeinsam erste Fotos schossen. Bei der Zollabfertigung in Panama ward die eine Gitarre ausgepackt und nun gab’s kein Halten mehr: über hundert Jugendliche stimmten in Lobpreis und Sprechchöre ein.

Knapp gelandet, waren wir der Flughöhe der internationalen katholischen Jugendtreffens angelangt. «Unsere Freude angesichts eurer Gegenwart in Panama ist immens!» sagte Erzbischof Ulloa bei der Eröffnungsmesse: «Panama empfängt euch mit einem offenen Herzen und offenen Armen.» Und das merkten Abertausende von Pilgern bereits ab ihrer Ankunft.

Seit über einem Jahr hatten sich die Bistümer und das Land mit seinen vier Millionen Einwohnern auf dieses Grossereignis vorbereitet. Das erfuhren wir nicht zuletzt auch aus dem reibungslosen Verlauf. Bei der Abreise war’s kalt in Basel. Doch wir vier aus St. Anton – das sind Theo, Charu, Eleanor und ich – tauten in der karibischen Wärme und der Herzlichkeit der Schweizer Pilgergruppe bald auf. Zusammen mit Romands, Ticinesi und anderen Deutschschweizern rollten wir unsere Mätteli auf dem Boden der Klassenzimmer des «Colegio Europeo» aus. Trotz den Sommerferien der normalen Schützlinge waren der Schulleiter Herr Ineichen und sein Team stets darum bemüht, dass es uns in der Unterkunft an nichts fehlte. Die Tage boten allerlei Gelegenheit zu geistlichem Input und Austausch. Nach der erholsamen ersten Nacht und stärkendem Frühstück starteten wir hundertsechzig SchweizerInnen mit einem Morgenlob - dreisprachigem Gebet und Gesang – in den Tag, an dem wir uns aufmachten die Stadt zu erkunden, Pilgern aus aller Herren Länder zu begegnen und die WJT-Angebote (Festivalbühnen, Anbetung, Ausstellung zu Berufungen, Versöhnungs-Park etc.) zu nutzen.

Abends wurde an der Küstenpromenade der WJT im Beisein von über 75'000 Pilger offiziell mit der hl. Messe eröffnet. Die Begegnung mit Jesus Christus führt uns zur Konfrontation mit uns selbst und zur tieferen Reflektion über die Angebote der Welt, führte Erzbischof Ulloa aus.

Die für Mittwoch vorgesehene Ankunft des Papstes wurde mit Spannung erwartet. Die Strassen vom Flughafen zur Nuntiatur waren gesäumt mit unzähligen Leuten, die Stunden lang ausharrten. «Petrus und die Kirche gehen mit euch, und wir wollen euch sagen, dass ihr euch nicht davor fürchten braucht, mit dieser erfrischenden Energie und dieser bleibenden Sehnsucht weiterzumachen, die uns hilft und uns anspornt, freudiger und verfügbarer zu sein – und damit bessere „Zeugen des Evangeliums“.» (Papst Franziskus)

Die Tage boten allerlei Gelegenheit zur Diskussion über die verschiedenen Fragen und das Suchen des Weges im Glauben mit Gott. Die Inputs des Papstes waren zugängig und tief zugleich. Und die Zeit verflog: morgens Lobpreis, eine Katechese und Fragerunde mit einem Bischof. Hl. Messe. Abends Begegnung mit dem Papst, Kreuzweg... Eine Teilnehmerin sagte zur abendlichen Gebetsvigil: «Besonders eindrücklich waren die Momente, als auf dem Feld mit einer halben Million Pilger minutenlange Stille einkehrte.» «Haben wir den Mut, wie Maria zum Engel zu sagen...? [...], jeder antworte in seinem Herzen. Es gibt Fragen, auf die man nur in der Stille antwortet.» (Papst Franziskus)

Danke, Papst Franziskus. Danke, Panama. Danke, ARGE Weltjugendtag. Danke, Pfarrei St. Anton, dass ihr es möglich gemacht habt!

Pascal Bamert


Der neue Spieltisch

Zur Einweihung der revidierten Orgel

Wir wollen uns die Situation vergegenwärtigen, in der die Orgel der Antoniuskirche gebaut wurde: 1927 war die neuartige, für manche Zeitgenossen auch verwirrende Kirche für die Gottesdienste der neuen Pfarrei in Gebrauch genommen worden. Die Weihe der Kirche stand noch aus; Als Grund für diese Verschiebung wird genannt, dass der Kirchenbau zuerst vollständig bezahlt werden sollte. In den Jahren bis 1930 erhielt die Kirche ihre berühmten farbigen Fenster. In der gleichen, wirtschaftlich nicht günstigen Zeit wurde die – damals wie heute – zweitgrösste Orgel der Stadt geplant. Sie wurde von der erst 1927 gegründeten, aber von erfahrenen Fachleuten geleiteten Firma Orgelbau Willisau gebaut. Die Orgelweihe fand am 6. September 1931 statt – eine Woche vor der feierlichen Weihe der Kirche. Zwischen den beiden Anlässen wurde ein Gedenkblatt mit ausführlichen Würdigungen gedruckt, in dem man liest: „Die Zeit der Krise, die mannigfache Beschränkungen auferlegt, vermochte den Blick für die Bedürfnisse der religiösen Gemeinschaft und des einzigartigen Gotteshauses nicht zu kürzen. Mit der Opferliebe paarte sich der Weitblick der verantwortlichen Instanzen. Ein Werk musste es werden, das allen künstlerischen und liturgischen Anforderungen vollauf genügt und die neuesten Errungenschaften in sich vereinigt“,

Die grossen Aufwendungen und Leistungen in jener Zeit sowie die Einheit in der Gestaltung von Kirchenraum und Orgel sollte eine starke Verpflichtung sein, das Instrument entsprechend seiner Eigenart zu nutzen, zu hören und zu bewahren! Über die verschiedenen Massnahmen, die im Rahmen unserer bereits im März 2018 begonnenen Orgelrevision erfolgt sind, informiert der Artikel von Meinrad Stöcklin in dieser Ausgabe von Kirche heute. Der neue Spieltisch erlaubt, die klanglichen Möglichkeiten der Orgel differenziert zu nutzen, was durch die ursprüngliche reiche Ausstattung angestrebt, jedoch durch den 1961 eingebauten vorigen Spieltisch stark eingeschränkt wurde. Wir laden Sie alle herzlich ein zum Gottesdienst am 10. Februar, in dem die Orgel wieder ihrer Bestimmung übergeben wird, und zur ausführlichen Präsentation am Nachmittag des gleichen Tages in fünf kurzen Konzerten, aus denen Sie natürlich nach Lust und Laune auswählen können.

Matthias Wamser

Der neue Spieltisch erlaubt, die klanglichen Möglichkeiten der Orgel differenziert zu nutzen.