Pfarreireise nach Vrsac

Am Donnerstag 20. September, pünktlich um 17.30 Uhr trug uns das Flugzeug in die Höhe in Richtung Südosten, nach Belgrad, wo der Bus auf uns wartete. In Vrsac angekommen, bezogen wir im Hotel Srbia die Zimmer und trafen uns anschliessend in der Pfarrei, wo wir wie immer ganz herzlich begrüsst wurden.

Am Freitag sahen wir uns die Stadt Vrsac an und fuhren am Nachmittag in das Weindorf Guderica. Am folgenden Tag brachte uns der Bus nach Zrenjanin, wo uns Pfarrer Laszlo überaus herzlich empfing. Anschliessend feierten wir mit dem Bischof und seinen Priesterkollegen in seiner Pfarrkirche den Patrozinium-Gottesdienst. Am Nachmittag spazierten wir durch einen kleinen Teil von Novi Sad.

Die Sonntagsmesse feierten wir in der Kirche in Vrsac und liessen uns am Nachmittag von den Pfarreiangehörigen überraschen.

Montag – Wetterumschwung! Die grösste orthodoxe Kirche der Welt in Belgrad beeindruckte uns durch ihre prachtvollen Malereien im Untergeschoss, derweil oben noch immer gearbeitet wird! Jedenfalls genügend Motive, die wir fotografisch festgehalten haben. Anschliessend wagten wir uns bei Sturm und Regen auf die riesige Festung aus dem 15. Jahrhundert, auch sie sehr beeindruckend.

Der Dienstag zeigte sich wieder sehr freundlich, was wir nützten um die alten Frauenklöster Manasija aus dem 14. und Ravanica aus dem 15. Jahrhundert zu bestaunen. Beide Klöster sind sog. Wehrklöster mit starken Mauern umgeben, wie eine Burg befestigt (Türkenkriege). Die alten Wandmalereien begeisterten uns alle. Leider durften wir im Innern der Kirchen nicht fotografieren!

Am Mittwoch brachte uns der Bus nach Temeswar/Rumänien, wo uns der dortige Bischof den Dom erklärte und sich sichtlich freute, wieder einmal deutsch reden zu können. Nach langem Suchen fanden wir das überaus heimelige, in einem fantastischen alt-bäuerlichen Stil eingerichtete Restaurant, wo wir wie immer reichlich gegessen und getrunken haben.

Den letzten Tag verbrachten wir in Weisskirchen, assen z’Mittag an der Donau deren Fische, feierten eine Abschiedsmesse in der leider sehr baufälligen Kirche in Karlsdorf und fuhren nach Belgrad zum Flughafen, wo wir von ein paar treuen Vrsacern verabschiedet wurden.

Danke an all die lieben, herzlichen Pfarreiangehörigen von Vrsac, die uns einmal mehr total verwöhnt haben.

Erwin Schmidli


 

Hauskommunion

«Was ist eine Hauskommunion?», fragte mich jemand vor einigen Tagen. Es ist eine simple Sache: Ich pflege meine Beziehung zu Gott und lebe dies mit dem sonntäglichen Kirchgang auch in Gemeinschaft. Wir gehen zur Kirche, feiern gemeinsam die heilige Messe und empfangen Christus in der Kommunion, der in der Gestalt von Brot und Wein wirklich gegenwärtig ist. Es gibt Momente im Leben, in denen es physisch nicht möglich ist, zur Kirche zu kommen. Ich erinnere mich, als mich vor einigen Jahren eine Lungenentzündung niederstreckte. Als ich nicht mehr zur Kirche gehen konnte, kam die Kirche eben zu mir. Jemand aus der Pfarrei besuchte mich zuhause und brachte die Kommunion mit. Wir hielten eine kurze Andacht, in welcher ich Jesus in der Kommunion empfing. Im Anschluss tauschten wir uns aus. Auf diesem Wege erreichten mich auch Neuigkeiten und ich hatte Anteil am Leben der Pfarrei.

Die Anlässe zur Haus- oder Krankenkommunion sind sehr unterschiedlich: Manchmal ist es eine vorübergehende Krankheit, während der die Kommunion zuhause, im Spital oder der Pflegeeinrichtung gespendet wird. In anderen Fällen ist es ein anhaltendes Gebrechen, welches zur Bitte um die Kommunion in dieser Form Anlass gibt.

Der Ablauf gleicht in Vielem der Eucharistiefeier in der Pfarrei: Nach einem Moment der Besinnung, Lesung biblischer Texte, Vaterunser, Kommunion und ein Moment der Stille. Die Verbundenheit mit der Pfarrei zeigt sich in vielerlei Weise: Im Lesen der gleichen Bibeltexte. Gegebenenfalls in dem ein Gedanke aus der Predigt überbracht wird. Das Gebet füreinander: Die Pfarrei betet für die Kranken, die Kranken beten mit der Pfarrei. Die Hostie, welche empfangen wird, wurde in der Gemeindemesse des Tages geweiht. Auf diese Weise hat auch die kranke Person Teil am gemeinsamen Gottesdienst. Zum gemeinschaftlichen Beten gehört das Gebet jeder einzelnen Person.

Im Anschluss an die kleine Feier gibts meist einige Momente zum Zuhören, zum Austausch und um aus der Pfarrei zu berichten. Auch das Gespräch weist auf die bleibende Verbindung mit der eigenen Pfarrei hin. Dies ist gerade bei älteren Personen der Fall, die jahrzehntelang zur Kirche kamen. Sie haben sich eingebracht und engagiert. Nun ist es die Pfarrei, die ihre Wertschätzung für sie unter anderem im Dienst der Hauskommunion zum Ausdruck bringt. Auch wenn die Person physisch nur sehr selten oder gar nicht mehr zur Pfarrei kommen kann, heisst das nicht, dass sie nicht mehr Teil von ihr ist. Sie wohnt im Gebiet der Pfarrei. Sie ist als Getaufte Teil der Kirche. Und in diesem einfachen Dienst der Hauskommunion kann sie dies auch ganz praktisch erfahren.

Wenn auch Sie in einem Moment Ihres Lebens zuhause Christus in der Kommunion empfangen möchten, wenden Sie sich bitte ans Pfarramt.

Pascal Bamert