«Tag der Migrantinnen und Migranten»

Wir alle sind Migranten

Auf dieser Erde sind wir alle Migranten – auf Wanderschaft – denn unser Dasein ist hier nur vorübergehend. Unsere wahre Heimat ist im Himmel.


Es gibt jedoch Menschen, die nicht nur in diesem ursprünglichen Sinn auf Wanderschaft sind: Die Migranten und Flüchtlingen, von denen die Medien tagtäglich mit straken Bildern und Nachrichten berichten; oder ältere und jüngere Migranten in traditionellen Sinn sowie Vertreter jüngerer Generationen mit Migrationshintergrund... Schliesslich gibt es dann die konkreten Migranten in unserer Stadt: Menschen denen wir auf der Strasse, in öffentlichen Verkehrsmitteln, im Supermarkt, am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft, in Schulen oder in den Pfarreien begegnen.

Die Staaten bemühen sich, eine Migrationspolitik zu betreiben, die die öffentliche Meinung nicht zu fest erschüttert, und garantieren eine «Legalität», die nicht immer mit den Rechten der Menschen übereinstimmt. Auch die Kirchen spielen ihre Rolle. Pfarreien erfinden zum Beispiel farbenfrohe Initiativen, damit die Gemeinden die Migranten nicht auf den Strassen der Gleichgültigkeit zurücklassen.


Der «Tag der Migranten und Migrantinnen» stellt die Rechte und Pflichten der Migranten in den Vordergrund, lädt zur Aufnahme ein, regt zur Solidarität an und animiert zur «Kultur der Begegnung». Dieser Tag appelliert an jeden von uns, als Christen einen besonderen Blickwinkel einzunehmen und die «Kultur der Begegnung» nicht nur zu fördern, sondern auch zu leben.


«Die ‘Kultur der Begegnung’ fördert den Dialog, die Solidarität und die Offenheit gegenüber allen, da sie die zentrale Bedeutung der Person deutlich werden lässt. Es ist daher notwendig, dass die Pfarrei ein „Ort“ ist, der das Beisammensein und das Wachstum persönlicher dauerhafter Beziehungen, die allen gestatten, den Sinn der Zugehörigkeit und der Wertschätzung wahrzunehmen, begünstigt”. (Instruktion Die pastorale Umkehr - 29.06.2020 - Nr. 25).

In seiner Botschaft zum diesjährigen «Tag der Migranten und Migrantinnen» kommt der Heilige Vater auf die vier Verben zurück, mit denen er bereits vor einiger Zeit die Migrationspastoral synthetisiert hatte –aufnehmen, schützen, fördern und integrieren – und ergänzt sie mit neuen Verben, damit wir darin konkrete Handlungen erkennen können: «kennen, um zu verstehen», «Nächsten werden, um zu dienen», «zuhören, um zu versöhnen», «teilen, um zu wachsen», «miteinbeziehen, um zu fördern» und «zusammenarbeiten, um aufzubauen».



Der Tag der Migranten und Flüchtlingen spornt uns zu konkreten Handlungen an. Wir begnügen uns nicht, über Migranten als «ein Phänomen» zu sprechen, sondern wollen die Begegnung und die Aufnahme in unserem konkreten Leben umsetzen – in unseren täglichen Beziehungen und in unserer Pfarrei. Nur so können wir ein Zeichen setzen, damit dieser Tag nicht ein isolierter Anlass in der Agenda bleibt und Früchte gelebter Nächstenliebe trägt.

P. Valerio Farronato cs

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