Ostern – Auferstehung ins Leben

Christus ist auferstanden – das ist der Kern des Ostergeheimnisses. Doch während sich heute viele Menschen danach sehnen, dass es bald wieder so sein wird wie früher, d.h. wie vor 2020, beginnt mit der Auferstehung Jesu eine neue Wirklichkeit. Zugleich ist es dabei so, dass der Auferstandene die Wundmahle trägt und dass er von seinen Jüngern mit der Zeit eindeutig als «Herr» wiedererkannt wird. Damit haben wir die beiden Hauptlinien von Ostern: Ein Schritt in die Zukunft als die Erfüllung der von Gott gegebenen Verheissungen.


Ostern will uns zu einem Leben führen, wie es sein soll, nicht wie es Früher war. Massstab ist dabei nicht, was früher war, sondern was Gott vorgibt und verheissen hat. Wir dürfen und sollen daher gut auf die Ereignisse und Entwicklungen der Zeit schauen und das festhalten und stärken, was wir an von Gott kommenden Entwicklungen erkennen.


Zugleich kennen wir die Entwicklungsrichtung aus den Verheissungen der Vergangenheit. In der Mitte steht Christus, der Herr. Er ist Ziel und Mitte der Geschichte und unseres Lebens. Das Leben an seinen Geboten zu orientieren, d.h. nichts anderes als seinen Willen zur Entfaltung zu bringen, seinem Reich, seiner Herrschaft Raum zu geben.


Die Berichte der Begegnungen mit dem Auferstandenen zeigen uns, dass es jeweils ein mehr oder weniger langes Ringen braucht, bis die Jünger und Jüngerinnen Jesu sich auf die neue Wirklichkeit einlassen können. So sind auch wir heute herausgefordert von Tendenzen, die dem Menschen die Freiheit rauben und seinen Blick von Gott abwenden, d.h. die Probleme ohne Gott zu lösen und das Leben ohne ihn zu gestalten. Gerade die Auferstehungsberichte zeigen uns schön, wie wir diese Versuchungen überwinden können: Es ist die persönliche Begegnung mit dem Herrn, der uns beim Namen Ruft. Das Festhalten an der Lehre der Apostel, an der Gemeinschaft der Glaubenden, am Gebet und am «Brechen des Brotes» - an der Eucharistie. Und dann ist da immer wieder diese Mutter, die uns mit ihrem reinen Herzen zu ihrem Sohn führt.


Wir dürfen sicher sein, auch in der grössten Not: Christus hat den Tod besiegt, er ist auferstanden, er lebt. Er wird auch uns der Not entreissen und uns zum Leben führen!

Pfr. Stefan Kemmler




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