Musik in der Osterzeit 2021

Mitte Februar wurde in einer Sitzung des Pastoralteams der Pfarrei St. Anton festgelegt, wer in den Monaten April und Mai die Leitartikel für unsere Gemeindeseiten schreiben solle. Für jene Ausgabe, die Sie nun in Ihren Händen halten, wurde – als Aufhänger für den Leitartikel – nach besonderen Anlässen oder Veranstaltungen gesucht. Schliesslich nannte jemand das geplante Konzert am Sonntag, 2. Mai 2021 um 17°° Uhr und schlug vor, ich solle etwas dazu schreiben. Im Februar dachte ich, der 2. Mai sei noch sehr weit entfernt; die Wahrscheinlichkeit, dass das Konzert tatsächlich stattfinden kann, schien aus diesem beruhigenden Abstand heraus sehr gross. Die Entwicklungen der folgenden Wochen liessen die Hoffnung auf eine Durchführung jedoch immer weiter schwinden; viele andere musikalische Veranstaltungen mussten in der Zwischenzeit abgesagt werden. Zu Beginn dieser Woche ging ich davon aus, dass die Durchführung eines Konzerts am 2. Mai in der Antoniuskirche so unwahrscheinlich sei wie die Landung eines Raumschiffs im Pfarreihof, und dass wir (um es mit den Worten des Komponisten J.N. David zu sagen) „diese Enttäuschung zu den andern legen müssen“. Dann, gestern Abend, die grosse Überraschung: Ab dem 19. April sind Konzerte mit maximal 50 Besucher(inne)n wieder zugelassen – mit jenen Sicherheitsbestimmungen (Maske und Abstand), die wir auch von unseren Gottesdiensten kennen.


Ich darf Sie also herzlich einladen zur österlichen Orgelmusik! Wir hoffen, dass am späten Nachmittag des 2. Mai (Beginn: 17 Uhr) bei bestem Frühlingswetter jene Lichtverhältnisse eintreten, die den einzigartigen Raum von St. Anton besonders intensiv erleben lassen. Auch die Musik wird farbig sein: Justin Heinrich Knecht (ein Zeitgenosse von W.A. Mozart) bezeichnet seine vielteilige Komposition „Die Auferstehung Jesu“ als „Tongemälde“; hier wird das österliche Geschehen sehr bildhaft in Tönen verkündet. Der österreichische Komponist Ernst Ludwig Leitner (*1943) erinnert sich gerne an zahlreiche Besuche in Basel; er war mit dem lange in der Pfarrei St. Anton wohnenden Kirchenmusiker und Komponisten Ernst Pfiffner gut bekannt – von Leitner erklingen zwei kurze Stücke, das sehr helle Alleluia sowie eine Bearbeitung der gregorianischen Ostersequenz „Victimae paschali laudes“, in der jener Weg vom Dunkel zum Licht nachgezeichnet wird, den wir in jedem Jahr in der Osternacht gehen dürfen. Musik aus der französischen Tradition des 19. Jahrhunderts lässt sich auf der Orgel von St. Anton besonders gut spielen: Im Konzert hören Sie nach „Präludium und Fuge H-Dur“ des vor 100 Jahren verstorbenen Camille Saint-Saëns die „Ostersonate“ („Sonate Pascale“) in drei Sätzen von Jacques-Nicolas Lemmens (1823-1881), die in ein kräftiges Alleluia mündet: Genau in jene Tonfolge, die auch das bei uns sehr bekannte Osterlied KG 439 beschliesst. Wenn nun jemand einwendet, dass sie/er die genannten Stücke noch nie gehört hat, dann muss ich antworten, dass diese Musik genau deshalb auf dem Programm steht – auch jedes Osterfest sollte eine neue Erfahrung sein. Matthias Wamser


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