Jüngerschaftsschule statt Unterricht


Liebe Leserin, lieber Leser


Vor zwei Jahren begann ich in der Pfarrei zu wirken und übernahm u.a. zwei Klassenstufen des Firmwegs. Es hat mich gefreut, in dieser Zeit auf das Engagement junger Erwachsener aus der Pfarrei zählen zu können. Wir haben uns immer wieder die Frage gestellt, wie wir unsere Beziehung zu Christus in der Gemeinschaft der Kirche vermitteln können. Wir haben vom Erfahrungsschatz Altverdienter profitiert und mit Unterstützung von Pfr. Kemmler und des Pfarreirats auch immer wieder Neues ausprobiert. Unser Entwurf ergab sich aus der Befragung früherer Firmlinge und der gemeinsamen Auswertung des Unterrichts mit den Jugendlichen, die bald im Sakrament der Firmung bestätigt und für Ihre Sendung zugerüstet werden, viel Lektüre, Austausch und Gebet.

„[…] in dem Bewusstsein, dass die gesamte Gemeinschaft sie [die Jugendlichen] evangelisiert und erzieht, und in der Dringlichkeit, dass sie mehr zur Geltung kommen (Papst Franziskus in Evangelii Gaudium, Nr. 106), möchte ich Ihnen unser Vorhaben mitteilen und es Ihrem Mitwirken, Gebet und Opfer anvertrauen. Denn die Aufgabe, dass die nächste Generation die rettende Tat Jesu erfahren, den Glauben entdecken und integriert in unsere Gemeinschaft zu leben versuchen kann – das geht uns alle an. Der „Unterricht“ soll ein ergebnisoffenes, persönlich begleitetes Entdecken des Glaubens und der Person Christi in der vertrauensvollen Grundhaltung der Kirche sein.


7. Klasse

Wir beginnen mit einem Infoabend, bei dem die Eltern und Jugendlichen über den Weg zur Firmung und das Jahresprogramm informiert werden. Themen: Vaterherz Gottes (Wer ist Gott? Div. Gottesbilder und jenes der Bibel), Identität & Selbstannahme (u.a. was denkt Gott über mich?), Gottes Stimme hören (Tipps und Regeln der Unterscheidung). Diesjähriges Special: Ausstellung zum Turiner Grabtuch. Die letzte Einheit schliessen wir mit der Teilnahme am Pfarrgottesdienst, in dem die Jugendlichen ihren weiteren Weg Gott anvertrauen.


8. Klasse

Wöchentliche Treffen mit inhaltlichen Austausch wechseln sich mit Ausflügen (Nightfever, HOP, Friedhof…) und Sozialeinsätzen (Rucksackprojekt von Marys Meals…) ab. Die Treffen beginnen in Kleingruppen (je 6-8 Jugendliche mit Leiter/in). Der thematische Impuls und die gemeinsame Pause mit Snack erfolgt in der Gesamtgruppe, bevor in den Kleingruppen das Gehörte vertieft und aufs Leben angewandt wird. Zu jeder Einheit gehört auch, verschiedene Weisen zu Beten kennenzulernen, auszuprobieren und sich einzuüben. Weitere Themen sind u.a. Jesus in der Bibel, Sakramente der Eucharistie, der Versöhnung und der Taufe. Das Schuljahr schliesst mit einer Tauferneuerung.

Teil der Firmvorbereitung sind die jährlichen 7-8 Treffen mit dem Mentor/ der Mentorin, welche sich die Jugendlichen aussuchen (ab 8. Klasse). Der Mentor begleitet den Jugendlichen (so es nicht bereits die eigene Familie tut) über die zwei Jahre zu einigen Gottesdiensten. Ein Mentor ist ein junger gefirmter Katholik aus der Pfarrei/ der Stadt, der selbst ein Freund & Nachfolger Jesu ist und bereit ist, dem Jugendlichen auf seine Glaubensfragen Rede und Antwort zu stehen und ihn auf den nächsten Schritten in der Beziehung zu Jesus bis zur Firmung zu begleiten. Die MentorInnen wurden sorgsam ausgewählt, haben eine Schulung zur Missbrauchsprävention durchlaufen und werden bei ihrer Aufgabe begleitet.

Weiter gehört der Missionsdienst (in oder ausserhalb der Pfarrei) dazu, bei dem sich die FirmandInnen einige Male in einem bestehenden Projekt der Pfarrei engagieren.

Die 8. Klasse fährt im Rahmen des Religionsunterrichts über Pfingsten nach Salzburg zum „Fest der Jugend“.


9. Klasse (ab 2021)

Das Jahr beginnt mit dem Thema der Firmung und stellt sich den unterschiedlichsten Fragen, die sich stellen, wenn Jesus der Herr über das eigene Leben ist – z.B. in den Bereichen der Zeitnutzung, Beziehung. Sexualität, Lebensziele etc. Der Regelunterricht endet an Weihnachten. Jene, die sich entschieden haben, das Sakrament der Firmung empfangen zu wollen, treffen sich im neuen Jahr, um sich darauf vorzubereiten. Im Frühjahr pilgern sie gemeinsam nach Rom, werden gefirmt und treffen sich bis zum Sommer noch einige Male, um die Bedeutung der Firmung für das eigene Leben gemeinsam zu vertiefen.


Für Fragen, Anmerkungen, Beiträge stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Pascal Bamert




#Jüngerschaft #Religionsunterricht

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