Ausstellung zum Turiner Grabtuch: Ein Rückblick

Die Ausstellung „Wer ist der Mann auf dem Tuch? Eine Spurensuche“ schliesst am 15. November um 17 Uhr ihre Türen. Kurz vor den letzten Tagen, dem Abbau (16.-17.11.) und Abtransport (18.11.) nutze ich die Gelegenheit die Wochen Revue passieren zu lassen:


Den dritten Vortrag im Rahmenprogramm (25.10.) hielt Frau Dr. Flury-Lemberg. Als damals in der Schweiz tätige Textilwissenschaftlerin war sie 2002 an den Konservierungsarbeiten am Tuch beteiligt. Ihre Erkenntnisse und den allgemeinen Wissensstand seitens der Textilforschung legte sie im Vortrag dar. Dieser wurde coronabedingt vorab aufgezeichnet. Für die anschliessenden Fragen hatten wir die Wissenschaftlerin telefonisch zugeschaltet.


Am darauffolgenden Sonntag begrüssten wir Frau zu Löwenstein (01.11.), die örtliche Kuratorin der Ausstellung und von Haus aus Archäologin digital. Als Vorsichtsmassnahme haben wir uns für eine Live-Zuschaltung entschieden. In ihrem Vortrag befasste sich Frau zu Löwenstein ausgehend von der Via Dolorosa mit den Leidensstätten Jesu in Jerusalem. Sie ging auf die städtebauliche Entwicklung und die sich im Lauf der Geschichte ändernden Wege zur Betrachtung des Leidens Jesu und auch die Hypothesen zu den unterschiedlichen Orten ein.


Am vorletzten Sonntag der Ausstellung stattete Schwester Petra-Maria Steiner von der Vita Communio nahe Stuttgart (08.11) Basel einen (coronabedingt kurzen) Besuch ab. In ihrem Referat verschaffte sie den Zuhörerinnen und Zuhörern einen Überblick über die Textilreliquien rund um das Leiden Jesu (Grabtuch von Turin, Schleier von Manopello, Tuch von Oviedo, Heiligrock), beschäftigte sich mit deren Gegenstand, Herkunft und Bedeutung. Den Fokus legte sie auf die sich ergänzende Verbindung zwischen dem Turiner Grabtuch und dem Schleier von Manopello.


Seit der Eröffnung haben 764 Personen die Exponate gesehen und sich mit dem Tuch, den Blutspuren und dem darauf zu erkennenden Mann befasst. Führungen wurden vornehmlich in Deutsch, aber auch in weiteren Sprachen gehalten, u.a. Französisch, Englisch, Malayalam. Auch neun Reliklassen aus unterschiedlichen Pfarreien haben sich während der Basler Ausstellung der Spurensuche angeschlossen. An den Vorträgen nahmen 20-50 Personen teil. Beim Vortrag von Herrn Dr. Hesemann hatten wir volles Haus. Den zusätzlich Angereisten boten wir eine eigene Führung an.


Ich möchte mich an dieser Stelle beim Pastoralraum Basel-Stadt für die finanzielle Unterstützung bedanken, ohne welche die Durchführung wohl nicht möglich gewesen wäre. Weiter bedanke ich mich bei der Pfarrei St. Anton, welche die Räumlichkeiten, personelle Ressourcen zur Verfügung gestellt und die Kosten für das Rahmenprogramm übernommen hat. Ein besonderer Dank gilt den ehrenamtlichen Helfern beim Auf- und Abbau, jenen am Empfang, den Guides und allen anderen. Vergelt’s Gott!


Nach dem Rückblick ein kurzer Ausblick: Die Basler Ausstellung wurde von einem Filmteam dokumentiert. Die Aufnahmen werben bald für die kyrillische Ausstellung in Russland (Start in der Erlöserkathedrale in Moskau, dann St. Petersburg und weitere Städte). Das nächste Mal ist die deutsche Wanderausstellung wohl bereits im Sommer 2021 im Grossraum Zürich zu sehen (www.malteser-turinergrabtuch.ch).

Pascal Bamert


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