Die Prostratio ist ein eindrückliches Zeichen der Ganzhingabe und ist auch Teil der Liturgie bei Weihen und Feierlichen Professen

 

Darstellung des Herrn

 

40 Tage nach Weihnachten feiern wir das Fest der «Darstellung des Herrn». Dieses Fest erinnert an die alttestamentliche Praxis, den Erstgeborenen 40 Tage nach der Geburt dem Herrn zu übergeben – «zu opfern» (vgl. Ex 13,2.15). Diese «Darbringung» des Erstgeborenen erinnert an den Auszug aus Ägypten. So wie die Erstgeborenen der Ägypter gestorben sind, während diejenigen der Israeliten am Leben blieben, so werden die Erstgeborenen dem Herrn geweiht (Ex 13,15) und dann wieder ausgelöst (Num 18,16). Lukas berichtet nun davon, dass Maria und Josef 40 Tage nach der Geburt Jesu diesen nach Jerusalem brachten, um ihn dem Herrn zu weihen. Von der Auslösung wird nicht mehr berichtet. So wird zeichenhaft zum Ausdruck gebracht, dass Jesus nicht seiner Familie «gehört» sondern ganz und gar Gott, dem Herrn

Dem Herrn geweiht !

So ist es verständlich, dass die Kirche den 2. Februar als Tag des Geweihten Lebens begeht. Bei der Ordensgprofess geschieht ja in gewisser Weise genau das, was bei der Darstellung des Herrn geschieht: Das Leben eines Menschen wird Gott übergeben. Die Zugehörigkeit ist nicht einfach spirituell, sondern wird konkret nach aussen hin sichtbar. Die Zugehörigkeit zum Orden und der damit verbundene Gehorsam dem Ordensoberen gegenüber bringen zum Ausdruck, dass der Ordensmann/ die Ordensfrau ganz dem Herrn gehört. Früher wurde das auch dadurch sichtbar, dass man erst dann in einen Orden eintreten konnte oder zum Priester geweiht werden konnte, auch die Altersvorsorge für Eltern oder andere Familienangehörige geregelt war und niemand mehr Anspruch erheben konnte auf die Dienste desjenigen, der ganz dem Herrn zur Verfügung stehen wollte. Es ist auch heute noch hilfreich, wenn ein Priester oder ein Ordensmann, eine Ordensfrau sich bewusst ist, dass er/ sie in gewisser Weise für die Familie gestorben ist.

Dem Herrn geweiht – auch wir !

Diese radikale Zugehörigkeit zum Herrn scheint uns in dieser Form vielleicht etwas fremd, aber sie entspricht unserer Berufung als Christen. Als Getaufte sind wir Söhne und Töchter Gottes, gehören wir zu Christus und tragen seinen Namen. Paulus schreibt wiederholt, dass wir für diese Welt gestorben sind, aber für Gott leben. Diese Wirklichkeit muss immer wieder neu errungen werden und so ist es äusserst hilfreich, wenn wir uns immer wieder Ordenleute als Vorbild nehmen dürfen, die exemplarisch das gewählt haben und das leben, wozu wir alle bestimmt sind.

Bitten wir Gott um gute Priester- und Ordensberufungen und darum, dass die Berufenen ihren Ruf hören und ihrer Berufung das ganze Leben treu bleiben.

Pfr. Stefan Kemmler


 

Ökumenewoche

Mitte Januar finden verschiedene ökumenische Initiativen statt. Vom 12. bis 19. Januar die Allianzgebetswoche. Vom 18. bis 25. Januar die Gebetswoche für die Einheit der Christen. Sie halten in uns Jesu Anliegen wach, dass seine Kirche eins sein möge (Vgl. Joh 17,21). In
Zusammenarbeit mit der evangelischreformierten Thomaskirche, der evangelisch-methodistischen Gemeinde am Allschwilerplatz und den Baptisten setzen wir in der dritten Januarwoche diesbezüglich einige Akzente: 14. Januar, 19.30 bis 20.30 Uhr
Für den Dienstagabend laden wir zum Austausch über die Bibeltexte, welche die ökumenische Arbeitsgruppe aus Malta für den diesjährigen ökumenischen Gottesdienst ausgewählt hat, in die Cafeteria des Pfarreiheims ein. Im Zentrum steht dabei die Passage aus der Apostelgeschichte, die über den Schiffbruch des Apostels Paulus im Mittelmeer berichtet.

16. Januar, 19.30 bis 20.30 Uhr
Am Donnerstag öffnet der Kirchenchor seine Probe. Im Sigristensaal werden wir gemeinsam die Lieder für den Gottesdienst des darauffolgenden Sonntags, einüben.
17. Januar, 19.30/20.30 Uhr
Am Freitagabend fahren wir auf der Uelifähre in die Mitte des Rheins, wo wir symbolisch Papierschiffe aussetzen und Gott für die auf dem Weg zur Einheit begangenen Fehler um Vergebung bitten. Für Momente des gemütlichen Beisammenseins ist mit Gebäck und warmen Getränken gesorgt.
Die Ausfahrt findet zu zwei Zeiten statt:

  • 19.30 und 20.30 Uhr jeweils ab dem Steg im St.-Johann-Quartier. Aufgrund des beschränkten Platzes ist eine Anmeldung erforderlich. Telefonisch oder per E-Mail ans Sekretariat oder mittels SMS bzw. WhatsApp (Telefon 078 842 92 95).
  • 18. Januar, 18.00 bis 19.00 Uhr Am Samstag besuchen wir das «HOP» (house of prayer), das ökumenische Gebetshaus in Basel. Hier feiern wir, musikalisch ausgestaltet, die Vesper – das Abendgebet in der katholischen Kirche.

Im Anschluss besteht die Möglichkeit zum Austausch im Café des HOP.


19. Januar, 10 Uhr
Als Gastpfarrei empfangen wir am Sonntag um 10 Uhr unsere Brüder und Schwestern im Glauben um 10 Uhr zum ökumenischen Gottesdienst in St. Anton.
(Am 19. Januar findet um 10 Uhr in St. Anton keine hl. Messe statt). Die gemeinsame Feier lassen wir bei einer Agape im Pfarreiheim ausklingen. Die Kollekte am ökumenischen Gottesdienst nehmen wir dieses Jahr für eine lokale Initiative auf: das HOP (hopbasel.ch; Margarethenstrasse 103, 4053 Basel).

Das «House of Prayer» begann mit der Sehnsucht, dass sich in Basel Christen aller Konfessionen, Milieus und Altersklassen begegnen und gemeinsam beten. Vor sechs Jahren öffnete das HOP seine Tore. Mittlerweile finden das ganze Jahr über, mittwochs bis samstags, Zeiten mit stillem, gesprochenem oder gesungenem Gebet statt, zu denen man unkompliziert dazu stossen und sich einklinken kann.

Mit der Sammlung möchten wir einen Beitrag dazu leisten, dass im Blick auf Jesus die gelebte Ökumene im Gebet und Austausch in unserer Stadt weiter wachsen kann. Schauen Sie doch mal vorbei!
Wir freuen uns auf Momente des kräftigen Gebets, des regen Austausches sowie der herzlichen Begegnung!
Pascal Bamert (St. Anton), Andreas Manig und Sidonie Otto (ev.-ref. Thomaskirche), Damaris Raymann (EMK Allschwilerplatz), Marta Bürgler (Baptisten)


 


Weinachten ist das Zusammensein mit unseren Lieben, aber auch mit Gott, der mit uns sein will.

 

“Natale con i tuoi“ – Weihnachten mit…
deinen Lieben

Natale con i tuoi“ ist eine italienische Redewendung und meint, dass das Weihnachtsfest im Kreis der eigenen Angehörigen verbracht wird oder verbracht werden sollte...

Tatsächlich kommen am Weihnachten Familienangehörigen zusammen, um zu feiern, sich gegenseitig zu besuchen, Beziehungen zu pflegen oder wiederherzustellen. Jahrein Jahraus ist Weihnachten, di Zeit, die wir mit denen zusammen verbringen, die wir lieben und uns nahe sind, in guten und in schlechten Zeiten. Unter diesen Lieben darf aber Jesus nicht fehlen. Denn an Weihnachten feiern wir zu aller erst den Mensch- gewordenen Gott, Der zu uns steht, den Immanuel – „Gott mit uns“ – wie es in Matthäus 1,23-24 heisst.

Weihnachten ist also das Zusammensein mit unseren Lieben, aber auch mit Gott, der mit uns – Mitten in unserem  Leben – sein will. Er hat für uns die Initiative ergriffen und ist als Kind unter uns gekommen. Warum sagen wir oft, dass die Bedeutung von Weihnachten erst dann wiederhergestellt wird, wenn Kinder da sind? Weil Kinder offen und einfach sind: Sie schätzen die Schönheit von Weihnachten, weil sie darin eine Wahrheit spüren, die wir Erwachsenen nicht mehr sehen können. Weil sie begeistert sind und zu kleinen, wunderbaren Überraschungen fähig sind. Wie diejenige, die Maria und Josef verzaubert hat, die Hirten und die Heiligen Drei Könige. Weihnachten ist vor allem den anderen ein Lächeln zu schenken, eine Aufmerksamkeit, eine Umarmung, sich gegenseitig Ruhe, Frieden und Gesundheit zu wünschen.

Heute laufen wir oft Gefahr, alles als selbstverständlich hinzunehmen, ohne den Wert der einzelnen Sachen und Momente zu erkennen. Bis es sie nicht mehr gibt. Das ist traurig, denn einige Dinge kehren nicht mehr zurück, wenn wir sie verloren haben: der Glauben, die Menschen, die Gefühle… Weihnachten kehrt aber immer wieder zurück, jedes Jahr, und wir können wieder feiern, wenn wir es wollen. Ein Augenblick reicht uns, um zu schätzen, wie gut wir es haben. Einen Augenblick, um Andere zu helfen, sich in der Gemeinschaft zu engagieren oder zusammen zu beten. Es liegt nur an uns: Wir können wählen, uns zu öffnen, zu lieben, zu lächeln. Wir können unsere Zeit, den Anderen schenken oder mit der Familie verbringen, alte Streitigkeiten vergessen und versperrte Wege wieder ebnen. Überall, wo Trennung und Streit war, können wir Frieden neu schliessen, denn dank Weihnachten ist „Gott mit uns“ und wir sind nicht allein.

Das ist die wahre Weihnachten, Natale con i tuoi!

Frohe Weihnachten, P. Valerio